• slide

Davos reformiert will richtig recyclen

Marco Loher hat es den Besuchern des Dörflernachmittags erklärt...

Mit über 50 Besuchern war der Nachmittag gut besucht. Anschaulich, kompetent und aufschlussreich
hat Loher die Zusammenhänge des Recyclings in Davos und in der Schweiz erläutert. Dabei war
Recycling schon eh und je ein Thema in der Gesellschaft, auch wenn es nicht so genannt wurde. Vieles,
was heute «neu» eingeführt wird, war damals selbstverständlich: die Hose wurde geflickt, die
Milchkanne neu befüllt und Papier, Karton und Metall galten als wertvoll. Heute ist unser Alltag zwar
deutlich komplexer geworden, doch die Vermeidung von umweltschädlichen Abfällen ist mindestens
genauso gut möglich. Dafür gibt es die 5-R-Regel: 1. Refuse = Ablehnen (z.B. Plastiktüten), 2. Reduce
= Reduzieren (z.B. unverpackte Produkte), 3. Reuse = Wiederverwenden (z.B. Mehrwegflaschen oder
Brotdosen), 4. Repair = Reparieren (hierfür gibt es bspw. die ReparierBar in Davos) und 5. Recycle
(Mülltrennung, um wiederverwendbare Materialien zu sortieren).
Die Vermeidung von Abfällen ist eine sehr sinnvolle und gesunde Sache für alle. Wer unser gutes
Davoser Leitungswasser trinkt, vermeidet automatisch Abfall. Um auch mit dem grossen Gegner
Plastikmüll fertig zu werden, wurde der Recy Bag eingeführt: ein Abfallsack für Plastikmüll und
Getränkekartons, der preiswerter ist als die Restmüllsäcke. Dort kann alles, was aus Plastik besteht,
rein, auch Tetrapack und die einzige Ausnahme sind PET-Flaschen, die weiterhin bei den
Supermärkten abgegeben werden können. Geplant sind zudem Sammelstellen für organische Abfälle,
für das derzeit ein Konzept ausgearbeitet wird, das möglichst praktikabel sein soll für die Haushalte.
Im vergangenen Jahr 2025 hat Davos insgesamt 4 123 Tonnen Restmüll entsorgt. Das waren 288
Bahntransporte zur Kehrrichtverbrennungsanlage in Trimmis. Wertstoffe hingegen beliefen sich auf
gesamt 1601 Tonnen. Das hat noch viel Potenzial zur Abfallvermeidung, so Loher. Abgelaufene
Medikamente können bei den Apotheken wieder abgegeben werden und müssen nicht im Restmüll
landen.
Abgerundet wurde der Nachmittag durch ein gemeinsames Zvieri und eine Kurzgeschichte zum
Thema «Worte sieben», denn ähnlich wie Abfall, sollten wir auch öfter unsere Worte trennen bzw.
filtern.